Keine Frage: Frau Sager ist ein echtes Original, das merkt man sofort, wenn man der lebenslustigen Bayerin gegenübersitzt. Sie ist so richtig gut drauf. „Wissen’s eigentlich heiß i Franziska Elionore Sager, denn Elionore war der Name meiner Mutter.“ Schon als junges Madel musste sie mitanpacken. In der Pro Seniore Residenz Bissingen blüht sie auf.
Frau Sager berichtet aus ihrer Kindheit: „Wir waren ja vier Kinder zu Hause. Da hab‘ ich nach der Schule Kinder gehütet und auch mein erstes Geld verdient. Ich bin ein großer Kinderfreund, müssen’s wissen.“ Sie lächelt. Selbst hat sie drei Kinder, dazu fünf Enkel und drei Urenkel. Ihre drei Töchter arbeiten weit weg, aber man telefoniere täglich, erzählt Frau Sager. Das ist ihr wichtig. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie über fünfzig Jahre in Tapfheim gelebt, dann sei dieser vor einigen Jahren verstorben. Frau Sager musste den Alltag im eigenen Zuhause alleine bewältigen, was ihr immer schwerer gefallen sei. Dann erlitt sie einen Schlaganfall, doch darüber kann Frau Sager heute sogar ein wenig schmunzeln: „Wissen’s, wen Gott liebt, den züchtigt er. Und mich mag er wohl besonders gerne (lacht). Ich krieg‘ scheinbar alles, was die anderen nicht wollen. Doch von dem Schlaganfall habe ich mich wieder
richtig gut erholt. Das Schlimmste war, dass ich nicht sprechen konnte. Des is a Todsünd.“ Doch der eigentliche Grund, warum sie schließlich hier in der Residenz eingezogen ist, war ein Sturz auf dem Friedhof. „Ja, da haben’s richtig gehört. I wollt auf den Kirchhof nauf, Gras wegzupfen und hab‘ geschaut wie ein Professor. Von da an weiß ich nichts mehr, weil ich gestürzt bin. Nach dem Krankenhausaufenthalt kam ich hierher – und das war der richtige Schritt.“
Bestens versorgt
Besonders schätzt Frau Sager, dass jemand da ist, wenn man jemanden braucht. „Ich hatte vor kurzem beispielsweise eine Sommergrippe und wurde hier optimal versorgt. Wenn ich da noch alleine in meinem alten Haus gelebt hätte, das wäre nicht auszudenken. Wir unternehmen in der Freizeit viel. So viel bin ich früher, als ich noch alleine lebte, nie rausgekommen. Erst letztenssind wir zusammen in den Tierpark gefahren. In der Residenz selbst wird auch ordentlich was geboten. Was so geht, mach i mit.“ Dann holt Frau Sager, die das „rollende R“ so wundervoll ausspricht, den Freizeitplan, auf dem zahlreiche Veranstaltungen vermerkt sind – vom Kuchenbacken bis hin zur Gymnastikgruppe. „Gymnastik mache ich sehr gerne mit. Das tut mir gut“, sagt sie.
Dankbar ist Franziska Sager besonders für die Hilfe, die sie hier erhält. „Gerade das Anziehen ist für mich Schwerstarbeit. Aber ich versuche noch so vieles wie möglich selbst
zu machen“, sagt sie. Freundschaften habe sie ebenfalls in der Residenz geschlossen: „Wir sind hier eine nette Clique und erzählen uns schon viel.“
Liebe Frau Sager, danke, dass Sie sich Zeit für das Gespräch genommen haben. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude.